Madeira bietet viele Kontraste. Von Wanderungen durch faszinierende Bergpanoramen, bei denen man selten andere Wanderer trifft, bis hin zu dem pulsierendem Getümmel auf dem Mercado de Lavradores in Funchal, auf welchem sich die Händler der Insel treffen.

Bereits der Anflug auf Funchal, der von Deutschland aus meist donnerstags erfolgt, ist etwas Besonderes. Der Flughafen beginnt auf einem Hügel und aufgrund der felsigen Struktur der Insel, befindet sich ein Teil der Landebahn auf rund 180 Stützpfeilern und überquert eine Bucht. Im Eingangsbereich erwartet die Fluggäste ein farbenfrohes Mosaik. Am Ausgang des Flughafens begegnet einem ein tropisches jedoch mildes Klima. Zum Zeitpunkt dieser Reise Ende Juli und Anfang August 2013 herrschten warme 20 - 25°C und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Das Klima unterscheidet sich in den verschiedenen Regionen der Insel erheblich. Im Küstenbereich im Süden und Südosten Madeiras mit der Hauptstadt Funchal beginnt der Tag sonnig, warm und mit einer leichten Brise. Gegen Nachmittag ziehen häufig Wolken auf, Regen fällt selten. Im Kontrast dazu herrscht im dünn besiedelten Norden ein raueres Wetter mit mehr Niederschlag. Auch in den Hochebenen in im Zentrum herrscht ein kühleres teils sehr nebliges Wetter.

Funchal und seine bergige Umgebung laden zu einem Tagesausflug für den leichten Wanderurlaub ein. Ein Beispiel ist die Erkundung des Jardim Bôtanico, ein aus der Villa eines Großgrundbesitzers entstandener botanischer Garten. Selbst bei bewölktem oder regnerischem Wetter wird eine beeindruckende Vielfalt an Pflanzen geboten, die nahezu ganzjährig blüht.
Nach dem Blick von den Gipfeln Funchals kann es in die quirlige Altstadt gehen. In einer traditionellen Stickerei können alle Stufen der Produktion begutachtet werden. Die simplen aber sehr stilvollen Stickereien können anschließend in allen Farben und Formen direkt vom Hersteller erworben werden.
Funchal, die Hauptstadt von Madeira, bietet eine Markthalle, die Mercado de Lavradores. Hier werden alle tropischen Früchte und süßen Leckereien der Insel in einem Gebäude dargeboten. Aber auch für Fischspezialitäten ist ein ganzer Bereich in der Markthalle vorgesehen. Für Kaffeeliebhaber bieten viele kleine Kaffees den Chinesa, Garoto oder Bica an.

Der nächste Tag kann beispielsweise in den Osten der Insel führen. Dieser Teil der Insel ist berühmt für seine jahrhundertealte Tradition der Korbflechter. In Camacha kann sogar ein ganzer Zoo aus Korbwaren besucht werden. Der Wanderurlaub in dieser Region ist ebenfalls für einen Einstieg denkbar
Das Kontrastprogramm an diesem Tag führt in das UNESCO Weltnaturerbe Laurissilva. Hier ist die Vegetation entlang der Levadas und Wanderwege wirklich sehenswert. Dieser Abschnitt wird noch getoppt durch den Ausblick vom Os Balcoes, der einen Blick sowohl zu den höchsten Bergen Madeiras erlaubt, als auch bei gutem Wetter ein Blick auf den Atlantik möglich macht. Wanderungen für verschiedene Schwierigkeitsgrade ist hier denkbar
Was wäre eine Madeira Reise ohne Strohhäuser? Schwer zu beantworten. Eine Siedlung mit diesen traditionellen Häusern befindet sich in Santana. Hierher kann die nächste Etappe dieses Tages führen. Die farbenfrohen Strohhäuser waren die ursprünglichen Behausungen der Insulaner.
Eine kurze Wanderung bergabwärts in das nahegelegene Porto da Cruz rundet den gelungenen Tag ab.

Für eine Nord- und Westtour empfiehlt sich der Aufstieg auf den Gabo Girao. Hier zeigt sich die Besonderheit Madeiras. Als autonome Region sehr eigenständig, jedoch politisch zu Portugal gehörend ist Madeira ein Teil der Europäischen Union und des Euroraums. Geografisch liegt die Insel jedoch näher an Afrika als an Europa. Wird Madeira zu Europa gezählt, ist Gabo Girao mit 590m die höchste Steilküste. Dank einer modernen Aussichtsplattform ist ein Spaziergang über der Klippe möglich. Es ist schwer in Worten zu fassen, welche Ausblicke hier möglich sind.
Um von hier nach Porto Moniz im Nordwesten der Insel zu gelangen, ist die Durchquerung über den Encumeada Pass und Paul de Serra empfehlenswert. In diesem dünn besiedelten Teil Madeiras beginnen sehr viele Wanderwege. Von Trekking bis zum einfachen Sparziergang ist hier jede Art des Wanderurlaubs möglich. Selbst ein kurzer Stopp lohnt sich bereits.
In Porto Moniz trifft der Atlantik auf die kleine Insel und erzeugt bizarre Buchten und Küstenlandschaften. Wer mag, kann hier in einem Felsbadebecken baden gehen oder den Madeirawein verkosten.

Nun fehlt für einen Tagesausflug nur noch der Osten der Insel. Beispielsweise auf den Pico dos Barcelos, der mit 335 m einen guten Überblick auf Funchal bietet. In der frühen Besiedlung von Madeira durch die Portugiesen wurde die Insel ab und zu von Piraten überfallen. Folgen Sie den Spuren der Frauen und Kinder ins Nonnental. Auf dem 1.095 m hohen Eira do Serrado gibt es einen herrlichen Ausblick auf die wunderschönen Gipfel in der Umgebung. Auf der Rückfahrt ist ein Halt in Monte genau das Richtige für Kulturinteressierte. Hier stehen auch die Wallfahrtskirche und der Grabstein von König Karl von Österreich. Als Alternative zur Busfahrt nach Funchal ist hier die berühmte Korbschlittenfahrt möglich. Waren die schönen Ausblicke der beiden Gipfel am heutigen Tage noch nicht genug, ist noch eine Fahrt mit der Seilbahn in die Innenstadt von Funchal möglich.